Umsonst poppen Freiburg im Breisgau

by  |  12-Oct-2019 01:44

Hier nun also die komplette eidesstattliche Versicherung des Bischofs, die er sowohl im Verfahren gegen den SPIEGEL als auch gegen SPIEGEL ONLINE beim Landgericht Hamburg, Az: 324 O 504/12 und 324 O 526/12 vorgelegt hat und die maßgeblich ursächlich dafür war, dass die Verfügung in den später zurückgenommenen Teilen erlassen wurde: Zu 2.und 4.: Es ist für uns schwer nachvollziehbar, was an unserer Darstellung sinnentstellend gewesen sein soll. Denn sowohl im ersten wie im zweiten Teil der eidesstattlichen Versicherung geht es um ein und dasselbe: Den Inhalt des Gesprächs zwischen Bischof und Redakteur auf dem Vorplatz des Limburger Doms - nur dass es einmal um die Darstellung dieses Gesprächs auf SPIEGEL ONLINE (erster Teil) und einmal in unserem Schreiben vom 31. Und während der Bischof im ersten Teil keineswegs einräumt, auf die Frage "Aber erster Klasse sind Sie geflogen?Daraufhin ließ der Bischof seine Anwälte eine einstweilige Verfügung beantragen, die unter anderem mit Hilfe einer eidesstattlichen Versicherung auch tatsächlich erwirkt wurde.

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Und dazu der bemerkenswerte Hinweis im Anschreiben, dass die Unwahrheit ja "bereits aus dem Schreiben an Ihren Kollegen … vom bekannt" sei. April zur Hand genommen und nachgeschaut, nachgedacht, nachjustiert und beim Sprecher des Bistums noch am selben Tag nachgefragt: Aha. Da war sie nun also endlich, die eindeutige Bestätigung, dass der Bischof also doch ein "Upgrade in die erste Klasse" genossen hatte.

Business gebucht, Upgrade in die First Class bekommen. Nun ist Dementieren nichts Besonderes und selbst Leugnen begegnet einem im Alltagsgeschäft einer Rechtsabteilung eines Medienunternehmens mittlerweile mit erschreckender Regelmäßigkeit. Akt: Es erschien sodann ein Beitrag im SPIEGEL und ein ähnlicher bei SPIEGEL ONLINE.

Auch wenn uns dieser Fehler in Anbetracht des Umstandes, dass die Anwälte des Bischofs bei ihrem ausdrücklichen Dementi selbst unter Missdeutung ihres eigenen früheren Schreibens erklärt hatten, dass uns "die Unwahrheit … bereits aus dem Schreiben … vom bekannt" sei, vielleicht verziehen sein mag.

Wir haben uns also entschieden, über diesen Punkt der einstweiligen Verfügungen gegen SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE nicht weiter zu streiten, ihn anzuerkennen und uns künftig darauf zu beschränken, nur noch zu behaupten, der Bischof habe erst im August geleugnet und nicht schon zuvor im April.

Doch womöglich gelten für manche kirchlichen Würdenträger eigene Maßstäbe.

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